Pokerstrategie - Diese Anfängerfehler solltest Du beim Pokerspiel unbedingt vermeiden...

Die Redewendung “Lehrgeld zahlen“ kann gerade im Poker buchstäblich verstanden werden. Anfänger machen typische Fehler, die sie häufig echtes Geld und meist noch mehr falschen Stolz kosten. Im Folgenden kommen wir auf einige der gängigsten Anfängerfehler zu sprechen. Auf dass ihr sie vermeiden könnt… oder schmerzhaft daran erinnert werdet.

Anfänger überschätzen ihre Hände vor und während des Flops

Das ist sicherlich einer der gängigsten Anfängerfehler überhaupt. Neulinge überschätzen konstant die Siegchancen ihrer Hände. Wie oft sieht man Anfänger, die ein Pärchen halten und obwohl das Board dieses Pärchen kaum oder gar nicht aufwertet, bleiben sie viel zu lange im Spiel und buttern Geld in den Pot. Trotz dessen sich eigentlich immer mehr abzeichnen müsste, dass sie ihn nicht gewinnen werden. Oftmals trösten sich solche Spieler dann damit, dass sie versucht haben, zu bluffen. Dabei waren sie einfach nur unentschlossen und nicht willens, eine Hand abzulegen, die vielleicht anfangs recht aussichtsreich aussah, aber im Laufe des Spiels immer schlechter wurde. Mit einem kalkulierten Bluff hat so etwas nicht das Geringste zu tun. Es ist einfach nur ein Zaudern und Zögern. Poker hat eine sehr mathematische Grundlage. Wie gut die eigene Hand in diesem Spiel wirklich ist, sieht man spätestens beim Flop. Und es interessiert nicht, wie toll die Starthand aussieht. Wenn man postflop plötzlich zwei Overcards gegen sich hat oder die Gefahr einer Straße oder eines Flushs in der Luft liegt, dann ist die eigene Hand eben längst nicht mehr so gut. Und wenn es zwei Könige sind! Das gilt umso mehr, je mehr Leute noch im Spiel sind. Wenn man mit einem oder zwei Gegnern am Tisch sitzt, dann kann man durchaus auch mal mit dem Zweit- oder Drittbesten, was der Flop theoretisch hergibt, ein Spiel gewinnen. Doch je mehr Gegenspieler am Tisch sitzen, desto unwahrscheinlicher wird das. Die eigene Hand viel zu optimistisch zu bewerten, ist einer der gängigsten Fehler beim Pokern.

Auf den Blitzeinschlag hoffen

Manche unreife Pokerspieler bewerten nicht nur ihre Siegchancen zu optimistisch. Sondern auch ihr Glück. Viele Anfänger sehen sehr wohl, wenn sie im Hintertreffen sind. Aber dann fangen sie an zu kalkulieren. “Was, wenn diese oder jene Karte XY jetzt noch kommt!? Dann hätte ich die stärkste Hand!“ Solche Spieler erkennt man oft daran, dass sie recht hohe Raises mitgehen, ohne jedoch notwendigerweise selbst als Aggressor aufzutreten. Und dann immer wieder spät aussteigen oder mit Händen verlieren, bei denen sie noch erklären müssen, warum sie überhaupt so lange drin geblieben sind und dafür so viele Chips auf den Tisch gepfeffert haben.

Merke: Erfolgreiche Pokerspieler hoffen beim nächsten Draw SEHR viel öfter darauf, dass dieser bitte nicht ihre Hand versauen möge. Nicht darauf, dass er sie komplettiert, weil er andernfalls nur Schnee auf der Hand hat.

Irrationale oder vorhersehbare Wettgrößen

Jeder auch nur halbwegs fortgeschrittene Pokerspieler weiß, dass die Anzahl der eigenen Chips und der Wettgrößen, die man jeweils als Raise einsetzt, ein wichtiges taktische Element beim Poker verkörpern. Doch wie das gewisse Anfänger umsetzen, bleibt dann doch recht abenteuerlich. Entweder neigen sie dazu, ihre Wettgrößen nur sehr nach Schema F einzusetzen oder aber nichts macht einen Sinn.

Beispiel: Der “Schema F“ Anfänger raist preflop mit einem geringen Einsatz. Dadurch, dass er die ganze Zeit schon immer sehr transparent raist, gibt er seinen Gegnern damit Informationen. Die wissen jetzt, dass er entweder nur eine halbstarke Hand hat und diese beschützen will. Oder aber er hat wirklich was Gutes und will anfangen, den Pot zu füttern. Wenn sie es herausfinden wollen, müssen sie ja nur wenig zahlen, um diesen kleinen Raise mitzugehen. Und gnade unserem berechenbaren Zeitgenossen dann Gott, wenn einer dieser Gegner eine starke Hand durch das Board bekommt und diese etwas zu geschickter zu verkaufen weiß als er selbst. Wer immer nur nach Lehrbuch seine Einsätze tätigt, wird extrem berechenbar. Er mag, wenn er konservativ ist, nicht der erste sein, der Pleite geht. Aber er wird ganz sicher nicht derjenige sein, der gewinnt. Nicht sobald Spieler von auch nur rudimentärer Qualität mit am Tisch sitzen.

Das andere Beispiel ist der Cowboy, der mit seinen Einsätzen wild und ohne Zweck und Ziel um sich wirft. Er raist viel zu hoch und liebt es vor allem, preflop zu raisen bis die Schwarte kracht. Er will nur Action. Und um seine eigene Hand, die möglicherweise ja wirklich gut sein kann, zu beschützen, spielt er viel zu hohe Wetten. Was heißt, dass alle, die besser sind als er, ihn mal schön alleine spielen lassen. Bis er ungeduldig wird und sich selbst um Kopf und Kragen wettet, sobald andere bereit sind, ihm das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Solltet ihr noch weitere praktische Tipps für Anfänger suchen, dann schaut gerne auf wettenerfahrungen.com vorbei.