Samstag 23 September 2017

Extreme Spielertypen beim Pokern (Bild: Pexels)

Auch für vergleichbare Spielsituationen gibt es beim Pokern kein Patentrezept, weil Vieles mehr als nur die Karten Einfluß hat. Zum Beispiel die Stackgröße, weil man sich gegen einen sehr großen Stack anders verhält, als gegen einen Small-Stack. Oder die Position am Tisch, zB. weil man sich von später Position mit einer breiteren Range den Flop ansehen wird als von UTG, oder auch weil man dem Gegner jenachdem aus welcher Position er die aktuelle Hand spielt eine andere Range an möglichen Händen zuweist.

Leider sehen wir beim Pokern immer nur unsere eigene Hand und die Boardkarten, selten beim Showdown auch die Hand des Gegners. Trotzdem gibt es immer wieder kleine Hinweise, die uns zeigen wie der Gegner drauf ist. Um diese Hinweise verarbeiten zu können, sollten wir uns als Erstes mal die möglichen Extreme ansehen, damit wir es jeweils benennen und uns daran erinnern können. Dabei achten wir darauf, wie häufig sich der jeweilige Gegner am Spiel beteiligt und darauf wie passiv oder aggressiv er sich verhält, wenn er mit von der Partie ist.

Folgende 4 extreme Spielertypen gibt es:

  • Der tight-passive Spieler - Tight, weil er sich nur selten an einer Hand beteiligt und passiv weil die Action auch dann kaum von ihm selbst ausgeht. Das Wort Tight steht im Englischen für eng und wird hier benutzt, weil seine Range also die Bandbreite an Händen, mit denen er sich an einer Hand beteiligt sehr eng ist. So einen Spieler nennt man auch einen Rock, also einen Felsen. Wo andere Spieler sich verleiten lassen mal die eine oder andere marginale Hand mitzuspielen, da bleibt der Rock standhaft. Er foldet eine Hand nach der Anderen und beteiligt sich nur mit den besten Startkarten am Spiel. Weil der Rock so selten mitspielt, nimmt man ihn evtl. kaum wahr. Vielleicht übersieht man ihn am Tisch sogar und begeht den Fehler, sich mit ihm anlegen zu wollen, wenn er denn tatsächlich mal an einer Hand teilnimmt. Wenn du den Rock als solchen erkannt hast und weißt, dass er fast alles foldet, dann kannst du das natürlich prima ausnutzen indem du häufig gegen ihn bluffst und seine Blinds stiehlst. Vorsicht! Wenn der Rock bettet oder raist, dann liegst du sehr wahrscheinlich hinten!
  • Der loose-passive Spieler - Loose, weil er sich an nahezu jeder Hand beteiligt, auch mit schlechten Startkarten. Diesen Spielertyp nennt man auch eine Calling-Station. So jemand sitzt selten wegen des Geldes am Pokertisch, sondern eher der sozialen Kontakte wegen. Betten, raisen oder gar Bluffen wäre unhöflich und deshalb sieht man das bei ihm kaum. Mit einer guten Hand kann man sich von ihm recht verlässlich auszahlen lassen. Zu bluffen macht wenig Sinn, weil er ohnehin fast jeden Einsatz bezahlt.
  • Der loose-aggressive Spieler - Dieser Spielstil sieht gerne mal etwas verrückt aus und deshalb nennt man ihn auch den Maniac. Der Maniac raist, reraist und pusht mit Händen, mit denen wir uns nichtmal an der Hand beteiligen würden. Weil der Maniac derart wild ist, verliert er für gewöhnlich schnell und viel Geld. Wenn er dann tatsächlich mal eine starke Hand hat, kann er selbst aber auch einen sehr großen Pot gewinnen, eben weil man ihm keine starke Hand zutraut.
  • Der tight-aggressive Spieler - Dieser Spilstil ist der Stärkste und Profitabelste, denn sojemand spielt ausschließlich erfolgversprechende Hände und diese so, dass möglichst viel Geld gewonnen wird. Wenn dieser Spieler sich nicht im Vorteil sieht wird er folden, egal wie schön seine Starthand evtl. auch aussehen mag. Wenn dieser Spieler sich vorne sieht, wird er gnadenlos attackieren. Dieses Verhalten erinnert uns an einen Hai (den Shark), der ruhig seine Bahnen zieht... und sich (bei passender Gelegenheit) urplötzlich in eine reissende Bestie verwandelt. Nahezu alle guten Pokerspieler gehören in diese Kategorie. Mit diesem Gegner möchte man sich eigentlich gar nicht anlegen.

Wichtig zu wissen ist, dass diese 4 Spielertypen lediglich die Extreme darstellen. Deine Gegner an den Tischen werden sich nicht exakt so verhalten, aber immer in eine oder zwei dieser Richtungen tendieren. Beobachte deine Gegner am Tisch und versuche herauszufinden wie sie ticken, passe dein Spiel dann an deren Eigenheiten an.

So, ich hoffe heute war wieder ein Bisschen was für euch mit dabei !

Gruß Christian

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