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Wie funktioniert das mit der Contibet?

Was bedeutet Protection-Bet / Conti-Bet / Cbet ?

Was bedeutet Protection-Bet / Conti-Bet / Cbet ?

Ungeübte Spieler sind oft zu sehr damit beschäftigt ihre Hand zu schützen. Anfänger mit einem Top-Paar überbewerten es häufig, den gegnerischen Draw's das Weiterspielen teuer zu machen. Sie denken oft zu wenig darüber nach, wie sie von der zweitbesten Hand Chips gewinnen können und verschenken so viel Value.

Nachdem sie diesen Fehler eine Zeit lang gemacht haben, und ihn verstehen... über-korrigieren ihn manche ins Gegenteil: "Die setzen nur wenn sie einen Call von einer schlechteren Hand oder einen Fold von einer besseren Hand erwarten." Mit anderen Worten setzen solche Spieler nur noch aus 2 Gründen, entweder als Value-Bet oder als Bluff. Das ursprüngliche Konzept die eigene starke Hand zu schützen, die sogenannten "Protection-Bets" lassen solche Spieler dann ganz außer Acht.

Auch in NL-Holdem-Games gibt es Situationen in denen Protection-Bets durchaus angebracht sind, selbst wenn solch ein Einsatz keinen Call von der schlechteren und keinen Fold von der besseren Hand bekommt. Die zentrale Überlegung sollte es sein, wer von der Turn und River Action mehr profitiert, du oder dein Gegner. Wenn deine Hand leicht geschlagen ist, dein Gegner selten blufft, oder es schwierig ist, dass der Gegner die zweitbeste Hand macht... dann ist es häufig besser, einfach zu setzen um den Pot sofort mitzunehmen, anstatt eine Freikarte zu gewähren.

Ein Beispiel:

Du spielst 6max 0,50$/1,00$ NLH, alle haben 100$ Stacks. Du eröffnest mit Ad Ks auf 3,50$ in mittlerer Position und beide Blinds callen. Dein Eindruck bislang ist, dass beide zu loose, eher schwach spielen und nicht allzuviele Gedanken auf das Spiel verschwenden.

Der Flop kommt Qc 8s 4d. Deine beiden Gegner checken. Wirst du setzen??

Ich würde sagen du solltest setzen. Selbst wenn schlechtere Hände als deine kaum callen und bessere Hände als die deine kaum folden. Eine kleine Wahrscheinlichkeit gibt es, dass 22 oder 33 foldet, oder dass eine Hand wie JT oder J9 callt, aber das sind minimale Prozente über die es sich kaum lohnt den Kopf zu zerbrechen. Der wirkliche Grund zu setzen ist, dass du den Pot oft genug sofort einsammeln kannst und dass kaum etwas Gutes aus einem Check an dieser Stelle resultieren könnte.

Spieler, die preflop zu loose sind, sich also zuviele Flops mit schlechten Händen ansehen und diese dann am Flop ganz erwartungsgemäß weiter spielen... Genau diese Spieler sind die besten Ziele für eine Conti-Bet. Sie geben sehr leicht auf, wenn sie den Flop verpasst haben, was sehr oft passiert, gerade weil sie mit solch einer breiten Range preflop callen. Wenn jeder dieser Spieler etwa 2/3 seiner Range auf eine FlopBet hin foldet, dann gewinnt das Setzen in 45% der Fälle den Pot sofort. Eine bet von 2/3-Pot müsste in etwa 40% der Fälle gewinnen, damit es sich ausgleicht. Bei dieser Rechnung außer Acht gelassen haben wir bislang, dass wir mit AK auch bei einem Call noch ein gute Gewinn-Wahrscheinlichkeit haben.

Diese Überlegungen zeigen recht deutlich, das Setzen profitabel ist. Als einzige Frage bleibt noch, ob ein Check an dieser Stelle eventuell noch profitabler wäre. Auch wenn wir den weiteren Ablauf unserer Hand nicht vorhersagen können, ein paar Überlegungen können wir schon noch anstellen.

Implied Odds: Könnte einer unserer Gegner, der auf eine Flop-Bet hin foldet, eine zweitbeste Hand turnen, die uns einen großen Pot bringt? Denkbar wäre zB. Ein Gegner mit AJ und ein Turn, der uns beiden das As bringt. Dann würden wir wahrscheinlich 2 Bets gewinnen, die wir nicht bekommen, wenn wir am Flop bereits setzen. Weil nur 4 Asse im Deck sind ist solch ein Scenario allerdings eher unwahrscheinlich.

Ein Gegner könnte KQ halten, einen K turnen und uns 2 Bets kosten. Das ist noch unwahrscheinlicher, alleine weil der Gegner mit der Q wohl schon am Flop gesetzt hätte.

Bluff-Catching: Unser Gegner könnte auch ohne Treffer gewillt sein zu setzen mit einer schlechteren Hand als unserer, und zwar als Bluff-Bet. Das ist schon eher denkbar, weil auf dem Turn viele Karten kommen können, die das Board draw-lastig gestalten.

Ein weiteres Problem ist, dass unsere Hand nicht stark genug ist um eine Turn-Bet des Gegners zu bezahlen. Also ein weiterer Grund den Flop zu betten.

Gegen bessere Spieler könnte man sich mit der Flop-Bet ein Check-Raise einfangen. So wie wir unsere beiden Gegner anfangs eingeordnet haben, brauchen wir uns darüber aber kaum Gedanken zu machen.

Wird es am Turn Bluff-Möglichkeiten geben, die es am Flop noch nicht gab? Eher unwahrscheinlich. Sogenannte Scarecards wie As oder König würden uns wahrscheinlich ohnehin die beste Hand geben. Außerdem ist es schwieriger eine starke Hand zu repräsentieren, wenn wir den Flop gecheckt haben.

Selbst wenn bessere Hände nicht gleich folden, so kann die Flop-Bet doch helfen einen Multi-Barrel-Bluff vorzubereiten. Wieder ein Grund am Flop zu setzen, nicht zu checken.

Mit AK haben wir oft am Flop die beste Hand. Mit einer weiteren Karte kann sich das jedoch schnell ändern. AK ist schliesslich nur As hoch, also nichtmal ein Paar. Jedes Paar, dass unser Gegner trifft, macht ihm die bessere Hand.

Zusammenfassend können wir sagen, dass kaum etwas dafür spricht den Flop zu checken, aber sehr vieles dafür spricht ihn zu betten. Setzen ist profitabel und solange nichts dagegen spricht sollte man lieber den sicheren Pot mitnehmen.

Viel Erfolg an den Tischen!

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