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Wie das richtige Buyin unser Poker-Spiel beeinflussen kann...

Spar Dir die Versicherung-Beiträge!

Spar Dir die Versicherung-Beiträge! (Bild: Pexels)

Hallo zusammen,

heute geht's um die Versicherungs-Beiträge!

Hallooo?? Was zur Hölle?? wtf? Geht's hier denn nicht ums Pokern?

Doch klar, wir bleiben schön beim Pokern, keine Angst! ;-)

Auch wenn viele es immer wieder verneinen, Poker ist in seinen Grundzügen auch ein Glücksspiel. Alle Poker-Strategie hat ihre Wurzeln in den Konzepten des Glücksspiels. Du erreichst einen Vorteil, wenn du deine Einsätze öfter gewinnst, als es die mathematischen Chancen vorgeben. Wenn du mathematisch 3 zu 1 Gewinn-Chancen bekommst, versuchst du in mehr als einem von 3 Fällen zu gewinnen.

Die Komplexität des Pokerspiels kann dieses zugrunde liegende Konzept gut verbergen. Also ist es oft hilfreich sich mal wieder an die einfacheren Glücksspiel-Konzepte zu erinnern, um schlechten bzw. falschen Denk-Vorgängen auf die Spur zu kommen. Denn viele der üblichen Anfängerfehler beim Pokern, lassen sich zurückführen auf bekannte Fehler beim Glücksspiel.

In diesem Artikel möchte ich über eine Form schlechter, unvorteilhafter  Gedankengänge reden, mit Beispielen aus anderen Glücksspielen. Dann werde ich erklären, wie Du diese falschen Gedankengänge in deiner Poker-Strategie verinnerlichst, ohne es überhaupt zu bemerken.

Ich muss ein Bisschen ausholen, bevor ich hier zum Punkt komme,
also hab' bitte Geduld mit mir, es lohnt sich! ;-)

 

Beim Blackjack kann man sich gegen eine 10-wertige Karte beim Dealer "versichern". Angenommen man setzt $100 auf eine BlackJack-Hand und der Dealer zeigt als seine offene Karte ein As. Wenn Du dich jetzt versichern möchtest, zahlst Du $50 um $100 zu gewinnen, falls die verdeckte Hole-Card des Dealers eine 10-wertige Karte ist.

Dieser Einsatz funktioniert also als eine Art Versicherung und kompensiert deine Verluste. Wenn der Dealer doch keine 10-wertige Karte hat, sind die $50 für die Versicherung weg, aber dein eigentlicher Einsatz von $100 besteht noch. Eine Art Versicherung also.

Nun sind nur 4 der 13 Kartenwerte "10-wertig" (10, J, Q, K), die Wahrscheinlichkeit, für eine 10-wertige Hole-Card beim Dealer beträgt also etwa 4 zu 13. Das ist weit weniger als die Versicherung mit 2 zu 1 bietet und somit ein schlechter Einsatz.

Die meisten Spieler wissen das und verzichten gewöhnlich auf die Versicherung. Dann gibt es aber den einen Fall, wo die Spieler oft nicht widerstehen können, sich doch zu versichern. Und zwar wenn sie selbst bereits einen Black-Jack haben.

Ein Black-Jack zahlt gewöhnlich 3 zu 2, ein Einsatz von $100 bringt also einen Gewinn von $150. Aber wenn der Dealer auch einen Black-Jack hat, gibt es lediglich die Einsätze zurück. Jedenfalls kann man sich in einem solchen Fall versichern, wenn die offene Karte des Dealers ein As ist.

Das ist unvorteilhaftes Spiel und ich will Dir einmal erklären warum.

Vielleicht hältst Du sogar selbst eine 10-wertige Karte auf der Hand und senkst damit die Wahrscheinlichkeit auf die Auszahlung der Versicherung noch weiter. Trotzdem lieben die Spieler diese Art der Versicherung, weil sie Ihnen zumindest einen Teil des Geldes garantiert.

Auch bei Sportwetten sieht man sowas öfter. Wenn jemand eine Wette auf 5 verschiedene Spiele platziert und die ersten 4 sind Treffer, dann wird häufig nochmal zusätzlich "gegen" den gewünschten Ausgang des 5. Spiels gewettet, um sich einen Teil des Gewinns schon einmal zu garantieren.

Diese beiden Wetten zusammen genommen verlieren aber immer Geld. Denn schliesslich wird immer ein Hausanteil fällig. Bei Pokern der Rake, beim Roulette die Zero, beim Wetten die Gebühr.

Wettet man einmal dafür und einmal dagegen... dann verliert man also Geld. Trotzdem lieben die Glücksritter diese Arten einer Versicherung, weil sie Ihnen zumindest den Teilgewinn garantiert. Eine Versicherung ist leider selten kostenlos. Man zahlt Rake oder Hausanteil oder eine andere Form der Gebühr dafür.

Wenn man alle seine guten Einsätze einfach laufen läßt, anstatt sich gegen einen möglichen Verlust abzusichern, werden die "langfristigen" Ergebnisse erheblich besser ausfallen. Natürlich werden aber manchmal die gut aussehenden Wetten auch mit einem Verlust enden.

Und jetzt zurück zum Pokern...

Dieses Konzept findet sich zum Beispiel bei Pokerturnieren wieder. Je weiter ein Turnier voran schreitet umso größer der Betrag Geld für den man gerade spielt.

Angenommen du spielst ein $11-Turnier, dann mag es sich anfangs anfühlen als würdest du $0,05/$0,10 spielen. Aber wenn Du den Final-Table erreichst, dann fühlt es sich eher an wie $100/$200. Das bringt sehr viele Spieler dazu, sich "aus Verzweiflung" auf einen Deal einzulassen, weil eine $100/$200-Partie Ihnen zu hoch erscheint. Sie versuchen also einen möglichst großen Teil des Gewinns abzusichern.

Nun bringt das Verhandeln aus einer schwachen Position selten einen guten Deal. Wenn andere Spieler weniger Angst haben Geld zu verlieren bzw. risiko-freudiger sind, werden sie den Deal zu Ihren Gunsten aushandeln und man bezahlt wiederum den Preis für eine Art Versicherung.

Der richtige Weg um das zu verhindern ist es, sich Turniere mit Bedacht so auszusuchen, dass die möglichen Gewinne am Final-Table zwar sehr interessant, aber eben "nicht einschüchternd" wirken.

Viele Spieler tun genau das Gegenteil, wenn sie sich Turniere mit möglichst großem Preisgeld aussuchen. Wahrscheinlich wirst Du besser abschneiden, wenn Du das Gegenteil tust. Du willst ein Turnier, indem Du dich vom Start bis zum Final-Tisch wohl fühlst. Das kann ein kleineres Buyin oder weniger Teilnehmer bedeuten.


Getreu dem Sprichwort: "Manchmal bedeutet Weniger, Mehr!

So, ich hoffe heute war wieder für Jeden etwas dabei.

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Gruß Christian

 

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