Dienstag 21 November 2017

Der richtige Umgang mit dem eigenem Poker-Geld...

Wie funktioniert Bankroll-Management beim Pokern?

Lernen Sie ihre Poker-Bankroll korrekt zu verwalten (Bild: Pexels)

Poker Bankroll-Management also der sinnvolle Umgang mit dem zum Pokern zur Verfügung stehendem Kapital ist sehr wichtig und wird von nahezu allen erfahrenen Spielern angewandt um profitabel Poker zu spielen. Wird das Poker Bankroll-Management ignoriert oder falsch angewandt, so ist der Ruin beinahe garantiert.

Dieser Artikel wird Ihnen erklären warum Poker Bankroll Management so wichtig ist und einige Hilfestellungen zur korrekten Verwaltung Ihrer Bankroll geben.



Der Hauptgrund, weshalb Bankroll-Management, also die Verwaltung des zum Pokern zur Verfügung stehenden Geldes, beim Pokern so wichtig ist, ist der Glücksfaktor des Spiels.

Zuerst werden wir die Glücksfaktoren näher beschreiben, danach widmen wir uns den Umständen, die diese Faktoren beeinflussen, wie zum Beispiel die Art des Spielertyps (loose-aggressive, tight-aggressive) und die verschiedenen Spielarten (Cash Games, Turniere, Sit and Go’s).

Gutes Pokerspiel zeichnet aus, dass man als Favorit zum Gewinn einer Hand sein Geld so oft wie möglich in den Pot bringen muss. Das Problem ist, dass man sein Geld nicht immer in den Pot bringen kann, wenn man sicher ist den Pot zu gewinnen. Oft werden Ihre besten Chancen den Pot zu gewinnen bei 80% (mit einem Paar gegen ein kleineres Paar) oder 70% (mit Ass-König gegen ein kleineres Ass) liegen.

Glück spielt in diesen Händen eine große Rolle - Von 10 Händen werden Sie 2 oder 3 mal einen großen Pot verlieren, auch wenn Sie preflop großer Favorit sind. Sie müssen aber trotzdem spielen, denn hieraus entsteht der Profit beim Pokern - Sie müssen sich aber auch selbst davor schützen Pleite zu gehen.

Darin liegt die Grundlage des Bankroll Managements. Sie müssen Ihre Online Poker Bankroll so aufteilen, dass ein paar "Beats", wie oben beschrieben, Ihnen nicht zuviel Geld kosten. Ideal ist es in jedem Spiel nur einen geringen Prozentsatz Ihrer Poker Bankroll zu benutzen. So hat nämlich die Möglichkeit des unglücklichen Verlierens in einer Situation, wo Sie Favorit waren, nur sehr kleine Auswirkungen aufs Ganze - was auf lange Sicht bedeutet, dass Sie Profit machen werden.

Die Frage ist - wieviel Ihrer Bankroll sollten Sie idealerweise benutzen? Die Antwort hängt im Grunde genommen von zwei Faktoren ab. Erstens, was für ein Pokerspiel Sie spielen und zweitens, Ihre persönliche Situation und Ihre Spielweise.

Hier sind einige grobe Richtlinien:
  • Poker Cash Games: 15 bis 20 Buyins / Beispiel: Für ein Cash Game mit Blinds von 5ct / 10ct und einem üblichen Buyin von 10,-EUR sollten Sie mindestens 150 - 200 Euro zur Verfügung haben.
  • Sit and Go’s: 20 bis 30 Buyins / Beispiel: Für ein $3.50-SNG sollte Ihre Bankroll also mindestens 70 - 105 $ betragen.
  • Turniere: 30 bis 50 Buyins / Beispiel: Für Multi Table Turniere mit zB. $5.50 Buyin sollte man mindestens 165 - 275 $ zur Verfügung haben.

 

 

Wichtig zu wissen ist, dass es dafür immer nur grobe Richtwerte gibt und keine Zahlen, die für jeden Spielertypen passen. Denn schließlich spielen auch Dinge wie Risikofreudigkeit, Können, Live oder Online, und Vieles Weitere hier mit rein. Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man immer möglichst konservativ und vorsichtig an die Sache heran gehen. Diese Vorsicht beim Bankroll-Management ist letztlich Ihre Versicherung gegen einen Totalverlust.


Der Grund weshalb die Zahl der Buy-Ins bei Turnieren und Sit and Go’s größer ist liegt darin, dass der Faktor Glück bei diesen Spielen eine noch viel größere Rolle spielt. Vor allem bei Multi-Table Turnieren werden Sie häufig keine Platzierung schaffen, die Geld bedeutet, nur ab und zu in die Geldränge kommen und die großen Summen am Final Table werden Sie nur sehr selten erreichen. Die Ergebnisse professioneller Sit and Go Spieler zeigen, dass ein Lauf von 10 Sit and Go’s in Folge ohne Geldgewinn nicht ungewöhnlich ist - sogar für einen Winning Player. Auch 20 Sit and Gos in Folge ohne Gewinn sind statistisch nicht selten.

Abschließend kann man sagen, dass auch persönliche Faktoren eine Rolle beim Bankroll-Management spielen. Der professionelle Online Poker-Spieler wird höhere Ansprüche haben als jemand, der zum Spaß spielt und sich etwas nebenher dazu verdienen möchte. Der Hobby-Spieler kann seine Bankroll wieder aufladen, wenn er sie verloren hat. Der Profi hängt aber viel mehr an diesem Geld, da er davon lebt. Genauso kann es sein, dass ein looser und aggressiver Spieler auf längere Sicht einen größeren Profit verzeichnen kann. In der Natur des Spiels ist der Glücksfaktor dort aber größer - und fordert deshalb auch mehr Disziplin beim Bankroll-Management.

Merksatz:
Für Poker-Formate mit geringer Gewinn-Wahrscheinlichkeit wie zB. Multitable-Turniere mit sehr vielen Teilnehmern, braucht man mehr Buyins, als zB. für Einzeltisch-SNG’s, bei denen man prozentual wesentlich häufiger ein Plus verzeichnen wird. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Sie sich die Buyins entsprechend des Spielformates und der Größe Ihrer Bankroll aussuchen sollten.

Wir möchten noch einmal zusammenfassen:

Ein gutes Bankroll-Management ist der Schlüssel um beim Poker online nicht Pleite zu gehen, da der Glücksfaktor ansonsten tödlich sein kann. Idealerweise sollte man nur mit einem geringen Prozentsatz seiner Bankroll an den Tisch gehen. Wie groß die Summe genau sein muss, hängt von vielen Faktoren, wie zum Beispiel dem Spielertypen, persönlichen Umständen und Ihrer Spielweise ab.

 

So, ich hoffe heute war wieder für jeden etwas dabei. Teilt den Beitrag gerne, wenn er Euch gefallen hat.

Gruß Christian

 

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